Werkzeug, nicht Waffe

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2017

Sicheres Werkzeug für die Nothilfe in Konfliktgebieten durch die Integration von Design

#StudioIntegrativeDesign #Master-Thesis

Wie sind Werkzeuge für Menschen in Konfliktgebieten zu gestalten, die den Bau und die Reparatur von Notunterkünften erleichtern, jedoch bei gewalttätigen Auseinandersetzungen nicht missbraucht werden können, um damit andere Menschen zu verletzen oder zu schädigen?

In Zusammenarbeit mit Medair – einer Organisation für Nothilfe und Wiederaufbau – entwickelte ich Prototypen von Schneid- und Sägewerkzeugen. Diese Werkzeuge werden aktuell in einem Flüchtlingslager im Südsudan getestet.

Es geht um Werkzeuge, die den Bau und die Reparatur von Notunterkünften erleichtern, jedoch bei gewalttätigen Auseinandersetzungen möglichst nicht zweckentfremdet werden können, um damit andere anzugreifen und zu verletzen. In Zusammenarbeit mit Medair's «Emergency Response Shelter and Non-Food Items Team» im Südsudan definierten wir die genauen Anforderungen an solches Werkzeug. Abgestimmt darauf erarbeiteten wir Lösungsansätze und diskutierten diese mit Fachleuten kontextspezifischer Disziplinen (Rechtsmedizin, Botanik, Nothilfe). Danach fertigten wir erste einfache Prototypen, die in einem Flüchtlingslager in Juba, der Hauptstadt des Südsudans, mit Betroffenen getestet wurden. Gleichzeitig schätzten Experten des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern die Prototypen ein.

Aufbauend auf den Erkenntnissen der Master-Thesis, werden wir die aktuellen Prototypen nun weiterentwickeln und in engem Austausch mit Medair zusätzliche Varianten erarbeiten. Funktionalität, Materialität und Ergonomie müssen aufgrund der ersten Evaluation gezielt optimiert werden. Für diese nächste Phase richten wir den Fokus auf die Herstellungsmöglichkeiten und -techniken. Das Ziel ist es, die Herstellungskosten auf ein Minimum zu reduzieren bei gleichbleibend guter oder verbesserter Funktionalität. Parallel suchen wir einen Industriepartner, der sein Know-How in das Projekt mit einbringt. 

In der Schweiz sollen die Prototypen von der Rechtsmedizin forensisch getestet werden. Dadurch wird sich besser einschätzen lassen, welche Gefahren von den Werkzeugen ausgehen und wie sehr – verglichen mit anderen Werkzeugen – das Verletzungsrisiko reduziert werden konnte.

Mentorat:

Ralf Michel

, Studio Integrative Design

Roland Eberle

, Departement Design, ZHdK