Verwobene Kulturen

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2019

#StudioFashionDesign #Master-Thesis

Kleidung war schon immer mehr als ein funktionales Objekt - In der Vergangenheit sogar die wichtigste Art der Kommunikation zwischen verschiedenen Kulturen.

«(...) many people around the world still identify themselves, even if only for a special occasions or festivals, with the style of dress that is unique to their own way of living and reflective of their history. (...)Clothing, as an artifact, is the most intimate of objects and reflects details about the culture of people who wore it.»
- Jill Condra

In ihrer Masterthesis untersucht Lida Nobakht die Verbindung und Ähnlichkeiten zwischen traditionellen Kleidungsstilen verschiedener (Hafen-)Städte des Irans und seiner Nachbarn jenseits der nord- und südöstlichen Grenzen. Im Iran existiert ein Kleidungsstil, der in dieser Thesis "Repräsentativer Stil" genannt werden wird. Diese Art der Kleidung und ihrer Schichtung ist innerhalb verschiedenster Gemeinschaften existent. Zeitgleich ist er genauso ein Ausdruck der klimatischen Gegebenheiten, der moralischen Werte und/oder der Religion; Es muss aber festgehalten werden, dass die Stoffe, ihre Farben und Motive, ihren Hintergrund mehr in der ländlichen Kultur des Irans haben als in der islamischen Gesetzgebung.

Durch das Aufkommen von Trends die weltweit rezipiert werden, gleicht sich das Erscheinungsbild vieler Menschen an und das aktive Zurschaustellen der Herkunft und Kultur wird als unangebracht empfunden. Das soll nicht heissen, es solle versucht werden "Kultur(en)" zwanghaft in der Alltagsbekleidung darzustellen, aber der Versuch, Geschichten zu erzählen kann und soll gelegenheitsweise unternommen werden. Vom Nordosten bis zum Südwesten des Irans ist die Farbexplosion bemerkenswert, die in der Alltagsbekleidung der Menschen zu sehen ist. Die Beziehung dieser Menschen mit ihrer Kultur und der sie umgebenden Natur ist inspirierend. Die Art, wie sie sich durch ihre Kleidung darstellen - Geschichten erzählend und Statements setzend, lässt uns nachdenken, wie wir diese Selbstverständlichkeit in unser Alltagsleben integrieren können. Welche Geschichte möchten wir mit unserer Kleidung erzählen? Was können wir mit unserem Kleidungsstil ausdrücken um mit künftigen Generationen zu sprechen?

Es ist interessant, wie gerade ein Kleidungsstück aus verschiedenen Regionen die Unterschiede beseitigen kann. Alleine durch das Tragen einer bunteren Kleidung kann die Präsenz des Trägers deutlicher und sichtbarer werden. Wie kann ein Kleidungsstück eine starke Rolle für einen stärkeren kulturellen Austausch spielen? Wie können wir unsere Traditionen, unsere Kulturen durch Kleidung in ein zeitgenössisches Kleidungsstück umwandeln? Diese Arbeit versucht, einige dieser Fragen zu beantworten und eine Kollektion zu kreieren, die durch diese schriftliche Masterarbeit inspiriert wurde, um einige Beispiele für das Publikum zu zeigen (die Outfits wurden auf der Grundlage der Beobachtungen aus dieser Forschung erstellt). Die Kollektion enthält Outfits, die zum größten Teil aus mehreren Teilen bestehen, um den zeitgenössischen Repräsentationsstil der iranischen Frauen aus dem Nordosten und Südosten zu schaffen. Eine „More is More“ -Situation, bei der das Hinzufügen von mehr Stoff zu Ihrem Outfit dem Look eine Art Regalität verleiht. Komfortabel und doch praktisch, für eine moderne Frau mit einer kulturellen Botschaft an das Publikum - Wir können eine schöne Geschichte erstellen, indem wir verschiedene Teile zusammenfügen. Bei der Abfassung dieser Arbeit wurde deutlich, dass Raffinesse im Detail liegt. Das Vergnügen, die Freude, die Überraschung und der Reichtum eines Textils zusammen schufen "meine Geschichte, die Geschichte, die aus dieser Erkundung gelernt wurde". Darüber hinaus wurde versucht, das Publikum mit wenigen Stücken reicher iranischer Kultur durch diese Kleidungsstücke vorzustellen.

«The modernity of yesterday is the tradition of today, and the modernity of today will be a tradition tomorrow.»
- Jose Andres

Mentorat:

Prof. Priska Morger

, Studio Fashion Design

Prof. Dr. Bettina Köhler

, Institut Integrative Gestaltung