VerstecktEntdeckt

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2017

Ideenkollektion an der Schnittstelle von Textil- und Modedesign

#StudioFashionDesign #Master-Thesis

Hinter Modedesign verbirgt sich weit mehr, als Kleidung. Modedesign ist eine Reaktion auf die aktuelle Gesellschaft mit einer langen Tradition und vielen Einflüssen. Einerseits geht es darum, wie wir uns Anziehen, wie wir mit den Kleidungsstücken umgehen und andererseits in welcher Umgebung und welcher Situation wir uns mit ihnen bekleiden. 

Martina Gilgen bewegt sich mit ihrer Masterthesis an der Schnittstelle von Textil- und Modedesign, zwischen Materialität, Silhouette und Oberflächenbeschaffenheit. Ihr Anliegen ist es, diese drei Eckpunkte näher zusammen zu bringen und die verschiedenen Komponenten aufeinander wirken lassen und zu sehen, wie sie miteinander zusammenhängen. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, Schnitte zu entwickeln, die mit verschiedenen Materialien funktionieren. 

Inspiriert von den Modedesignern Issey Myiake, Thierry Mugler, Yojiro Kake, Mary Katrantzou und Henrik Vibskov greift Martina Gilgen auf unkonventionelle Materialien zurück, gibt den Trägern und Trägerinnen mit dem Schnitt ein Versteck, einen Schutz und spielt mit der geheimnisvollen Identität, welches durch die Kopfbedeckungen belebt wird. Die Träger und Trägerinnen werden nicht unsichtbar, sie erhalten trotz der Kopfbedeckung eine starke und hohe Präsenz.

Martina Gilgen operiert mit technischen Textilien wie Segeltuch, Fallschirmseide, Teppichstramin oder Reflexionstextilien. Zum Teil haben die Materialien ihre vorbestimmte Einsatzzeit überdauert und sind, wie beispielsweise der Fallschirm, abgelaufen. Oder sie sind, wie das Teppichstramin, in einer Ecke im Estrich in Vergessenheit geraten. Warum werden sie nicht mehr verwendet? Wo liegt das Potential im vorhanden Material? Mittels Materialveredelung, wie Beschichtungen, Imprägnierungen, Prägungen, Waschungen oder auffällige Drucke, Stickereien Applikationen, Cut-outs, die einerseits die optische Wirkung, aber auch den Fall beeinflussen können, gibt Martina Gilgen den Materialien ein neues Leben. Das jeweilige Material reagiert unterschiedlich und formt und verändert die Silhouette. Der Schnitt begrenzt das Material in der Fläche und die Materialität beeinflusst wiederum die Silhouette, welche vom Schnitt konstruiert wird. 

Das Kleidungsstück wird durch die Wandelbarkeit und seine Reaktivität zu einem Begleiter in verschiedenen Situationen. So formt sich bereits auf der funktionalen Ebene eine Besonderheit, die in der visuellen Ebene in Form- und Farbgebung gestärkt wird. Der Druck belebt die grossen Flächen und macht sie weicher und fliessender. Mit dem Druck verschwinden die Falten und Nähte. Mit dem Einbringen von Farbe durch die Malerei, gelingt Martina Gilgen intuitiv einen harmonischer aber auch lebendigen Effekt. Sie bearbeitet Stoffe und kreiert geheimnisvolle Silhouetten, die mit- und gegeneinander spielen und damit ihr Umfeld überraschend neu kalibrieren. 

Mentorat:

Katrin Kruse

, Studio Fashion Design

Prof. Priska Morger

, Studio Fashion Design

Prof. Heinz Wagner

, ​Studio Integrative Design