Pfeiffkonzert der Knaben

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2018

#StudioFashionDesign #Master-Thesis

Rebecca Ammann beschäftigt sich in ihrer Masterthesis mit dem allgemeinen und allgegenwärtigen Erscheinungsbild des heutigen Mannes: einem undurchdringlich fantasielosen Einheitsbrei aus Freizeitkleidung und schlechtsitzenden Anzügen. Der Sinn einstiger manierlicher Feingliedrigkeit und Charme musste Platz machen für eine Ära der Antiästhetik, einen unattraktiven Look, fernab von charakteristischer Eleganz.  


Rebecca Ammann möchte den Anzug wieder in den Kleiderschrank der Jungen, der Coolen und Wilden bringen. Wieso sollten sich nur angehende Bräutigame, Politiker und Beerdigungsgäste am Anzug bedienen? Wäre es nicht viel spannender wieder solche Hitzköpfe wie die Beatles in attraktiv sitzenden Suits auf den Strassen zu sehen, an Stelle des pampigen Konglomerats aus Freizeitkleidung und schlecht sitzenden Anzügen?

In ihrer Kollektion treffen der Frock Coat, der Lounge Suit von Keir Hardie und der des Duke of Windsors auf die Popkultur der 60ger Jahre und generieren 10 Looks, in welchen die Idee des Anzugs dominiert.


Sie bedient sich hierfür in der Kiste der klassischen Herrenstoffe wie dem Karo, dem Pied de Poule und dem Nadelstreifen, welche sie durch Imitation und Verfälschung neu interpretiert.

Rebecca Ammann versucht in jeder Silhouette eine Art Konstruktion mit einer Auflösung zu verbinden. Sie arbeitet mit einer ausbalancierten Asymetrie, die keineswegs lächerlich oder verlottert wirken soll. Eleganz und Nonchalance stehen im Zentrum des Arbeitens und sollen in den Silhouetten zum Ausdruck kommen. Die Leute sollen nicht denken „was für ein gut gekleideter Mann“ sie sollen sagen: „Was für ein nonchalanter Gentleman!“

«Ich denke, ein bisschen mehr Eleganz, Feinheit und Kultiviertheit würde unserer Gesellschaft nicht schaden; der Anzug evoziert eine gewisse respektable Haltung, diese wiederum, wage ich zu behaupten, färbt sich auf die Umgangsform ab, respektvoll und gleichsam galant.» 

In dem, dass man sich respektabel kleidet, sich vielleicht sogar genau an diesem formelleren Kleidungsstück auch im informellen alltäglichen Leben bedient, zeigt man doch in einer gewissen Weise auch, dass man sich selbst und sein Leben unter Kontrolle hat, sich Selbstbeherrschung und Disziplin angeeignet hat, Vertrauen-erweckend die kleinen und grossen Hürden zu bewältigen im Stande ist und sich nicht einfach ohnmächtig der Welt und ihrem Geschehen hingibt. Ganz nach dem Credo der Mods; raue Zeiten, smarte Klamotten.

Mentorat:

Prof. Priska Morger

, Studio Fashion Design

Prof. Dr. Bettina Köhler

, Studio Fashion Design

Julian Zigerli

, Studio Fashion Design