Die sinnliche Erkenntnis treuloser Experimente

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2019

Ein Versuch zum hörenden Beobachten

von Andrea Züllig, Heiko Schätzle

#StudioIntegrativeDesign #Master-Thesis

Die Arbeit von Andrea Züllig (Masterstudio Institut Integrative Design) und Heiko Schätzle (Master Transdisziplinarität, ZHdK) ist eine Klanginstallation, die vom 14. bis 22. Dezember 2018 in Form einer Langzeitperformance gemeinsam in Basel durchgeführt und ausgestellt wurde.

Inhaltlich werden in der Arbeit zwei Themenkomplexe miteinander verflochten. Der Versuch zum hörenden Beobachten ist eine künstlerische Auseinandersetzung im Bereich der Klangkunst. Im Fokus liegt hierbei, die Zusammenhänge zwischen Orten, ihre spezifischen Arbeitsprozesse und die damit verbundene Klangvielfalt zu untersuchen und als weiterführendes künstlerisches Material zu begreifen. Der Ort, welcher als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Arbeit dient, ist das Departement of Biosystems Science and Engineering (D-BSSE) der ETH Zürich mit Standort in Basel. In Zusammenarbeit mit Daniel Gerngross vom D-BSSE befragen die Autoren den Laboralltag der synthetischen Biologie. Laborgeräte und Maschinenklänge werden an optische Prüfverfahren gekoppelt, welche das Hörerlebnis kontinuierlich formen und verändern.

Mit dem Schritt ins Labor, mit der Frage nach spezifischen Arbeitsprozessen, drängt sich ein Vergleich von künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeitsweisen geradezu auf. In Gesprächen und Begegnungen mit verschiedenen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen hat sich gezeigt, dass jedoch bereits das Sprechen über die eigene Arbeitsweise zu gegenseitigen Irritationen und Missverständnissen führt. Diesen Irritationen nachzugehen und sie auf einer theoretischen Ebene zu beleuchten, bildet den Schwerpunkt des zweiten Themenkomplexes. Er stellt die Orte Labor und Atelier einander gegenüber und betrachtet den Begriff des Experimentes als möglichen gemeinsamen Nenner einer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeitsweise. Ausgehend von einem gegenseitigen Unverständnis werden die Fragen nach den zugrundeliegenden Erkenntnisbegriffen erörtert und zu der ausgestellten Klanginstallation in Beziehung gebracht.

Klanginstallation in der Embassy of Emesa, Basel


"...um die Mittagszeit klingt die Installation anders als in der Dämmerung und Nacht. Unruhigster Zustand ist am Mittag bei Sonneneinfall an einem schönen Tag. Ibon, der Softwareingenieur, bekäme Kopfschmerzen. Wir begrüssen die unstete Phase der Destabilisierung und ihre Wandlung zur Ordnung mit jeder Stunde und ihrem schwindenden Tageslicht. Getaucht in die Unschärfe der Nacht arrangieren sich die Klangkomponenten immer perfekter, ausgerichtet an der Gelelektrophorese."

Mentorat:

Dr. Christine Schranz


, Studio Integrative Design

Andres Bosshard

, Transdisziplinarität, Kunst & Medien – ZHdK

Dr. Sønke Gau

, Transdisziplinarität, Art Education – ZHdK