Die Normalität als Eigenschaft im Produktdesign

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2019

Konstruktionsprinzip für Flachovalrohre

#StudioIndustrialDesign #Master-Thesis

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Normierung und seiner Verbindung zur Proportion, was zur Frage der Normalität in der Gestaltung geführt hat. Die Normalität als Eigenschaft wird versuchsweise als Abweichung und Steigerungsform beschrieben. Basierend auf den Erkenntnissen entstand ein skalierbares Konstruktionsprinzip für Flachovalrohre. Das Flachoval als Normteil dient als Ausgangslage für eine persönliche Abhandlung der Normalität am Beispiel einer Konstruktion. Ziel der Arbeit is es ein Verständnis für die Eigenschaft der Normalität in der Gestaltung zu liefern. Dafür werden zwei Herangehensweisen vorgeschlagen.

Die erste Herangehensweise der Beschreibung macht sich die Tatsache zu nutze, dass das Normale durch die Abweichung sichtbar gemacht wird. Eine Kategorisierung der Abweichungen des normalen um abgrenzend den Raum um das Normale zu definieren. Die Kategorien basieren auf der Beobachtung der Normalität und ihrer Konnotation. Der zweite Herangehensweise bedient den Zustand der Normalität und beschäftigt sich mit dem Grad der Normalität. Als Steigerungsform definiert, stellt es eine Entwicklung dar. Erneut ist Normal, nicht darstellbar bzw. eine absolute Normalität nicht möglich. Auf Normal folgt der Zustand Ultra Normal, hier wird Normalität sichtbar, erkennbar.


Aus Ultra Normal kann Super Normal werden. In dieser Phase hat die Normalität eine positive Auswirkung auf das Produkt. Hyper Normal baut auf diesem Gedanken auf. Hier ist es die Entwicklung der Gestaltung und der globalen Kultur, die das Ziel der Normalität darstellt. Eine Vorstellung der Normalität, bei welcher die Gestaltung ihr Potenzial ausschöpft und in andere zeitgenössische Praktiken mit einfliesst. Das persönliche Normal des Gestalters wird abgeglichen mit den Umständen für welche gestaltet wird.

Das Flachoval als Normteil ist die Ausgangslage und macht sich die Machbarkeit der Norm zunutze. Für eine bereits vorhandene Komponente wird ein Verbindungssystem entworfen. Im Gestaltungsprozess wird die Frage der Normalität verhandelt. Welche Herstellungsverfahren kommen infrage, wie ist die Verbindung konstruiert und welche Anwendungen sind denkbar? Ich habe mich für das Flachovalrohr entschieden, da es meiner Meinung nach eine gesteigerte Form der Normalität darstellt. Eine Steigerung des Rechtecks und Abweichung vom Kreis. Eine Abweichung vom gewohnten die ihre eigenen Qualitäten hat. Die dynamische Silhouette, die sich je nach Perspektive ändert. Eine hohe statische Belastbarkeit und angenehme haptische Form.

Die Konstruktion der Verbindung ermöglicht einen sauberen Anschluss in drei Achsen, auf einer dieser Achsen können auch schräge Winkel erzeugt werden. Die Verbidungskonstruktion besteht aus mehreren Teilen die je nach Situation, angepasst werden können. Alle Teile sind Laser geschnitten, ein effizientes und günstiges Herstellungsverfahren welches keine Werkzeuge erfordert, bedeutet, dass für die unterschiedlichen Rohrmasse nur die Herstellungsdatei angepasst werden muss. Als Befestigung kommen metrische Gewindeschrauben zum Einsatz, diese sind ebenfalls eine „Norm“, skalierbar in verschiedenen Grössen erhältlich.

Um das Konstruktionsprinzip und seine Möglichkeiten darzustellen, wurde ein Objekt entworfen welches erneut die Frage der Normalität behandelt. Weil das System skalierbar ist und somit verschiedenste Anwendungsmöglichkeiten erlaubt, versucht das Objekt keiner klaren Produkttypologie anzugehören. Es zeigt assoziativ und skalierbar wie es angewendet werden könnte. Die Oberfläche ist poliert, dies erzeugt eine „Transparenz“ die den Fokus auf die Konstruktion richtet.

Mentorat:

Prof. Werner Baumhakl

, Studio Industrial Design

Nicole Schneider

, Studio Industrial Design

Alfredo Häberli

, Studio Industrial Design